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Sonntag, 23. Dezember 2012

Don't look back in anger.

Ein weiteres Jahr Enfant Terrible: Ein Jahr mit infantilem Geschreibsel, hundert Grammatik- und Rechtschreibfehlern und halbwahren Lebensweisheiten.

Januar: Das Jahr startete mit einem wunderbaren Silvester: Ich hab jemanden kennen gelernt, entdeckt, dass man an Silvester rote Unterwäsche trägt und Italiener nicht trinkfest sind. Später habe ich mich über Keuschheitsgelübde bei den Amis aufgeregt, Kafka gelesen, erfahren, dass ich The Subways auf meinem Lieblingsfestival sehen werde und kurz mal gesund gelebt. Und ich wurde zum ersten Mal versetzt. Hurra.

Februar: Ich habe meinen Gesundheits-Trip weiter durchgezogen und war der Meinung, dass das was Offizielles ist. Wars nicht. Ich hab eine Exorzismus-Referat gehalten, mich deshalb durch tausende furchtbare Internetseiten gequält und konnte nachts kaum mehr schlafen. Ich hab mit meiner Freundin mitgeheult, weil plötzlich mit ihrer Liebe Schluss war undhab mich mit Matheformeln gequält, die mir dann eh nur 'ne schlechte Note einbrachten. Ich hatte Dates und wollte mich verlieben. Hat nicht geklappt (...ich hab mir für den Typen "Sex on the Bitch", diesen komische American Pie-Verschnitt, angesehen.. Gott). Ich bin im Marilyn Monroe - Dress zu verschiedenen Karnevalsveranstaltungen gerannt - und hab da gemerkt, dass der wirklich nicht das Wahre ist und hab den Gesundheitstrip auf Facebook ausgeweitet und war 1 Monat nicht online. Hurra.

März: Ich hatte vor nach Wien zu fahren. Ich habe Deutsch-Scripten auswendig gelernt und ENDLICH! (mein Leben bekam dadurch 'nen ganz neuen Sinn!) erfahren, was indoiranisch eigentlich ist. Ich hab Kraftklub richtig entdeckt (...bevor die voll famous waren, ich war die Erste!) und konnte immer noch nicht einschlafen, weil ich mir diese Anneliese Michel/Exorzismus - Bilder angesehen habe. Ich habe Carla Bruni tagelang gehört und mich furchtbar liebeskummrig gefühlt, weil ich den Falschen geküsst habe.

April: Ich hab entdeckt, dass ich Hello Kitty und Ex-Beste Freundinnen und ihre Musikposts hasse, weil sie eh nur Aufmerksamkeit wollen (also die Freundinnen, nicht Hello Kitty!) Ich habe schreckliche SMS um 3 Uhr nachts geschrieben, die ich heute noch bereue. Ich habe Bloglovin eingerichtet und geglaubt, dass das Dashboard wegkommt (...jetzt allerdings soll's offiziell sein. Keene Ahnung!). Ich habe tagelang alte Tatort-Folgen geschaut und fand mich cool und erwachsen. Ich wurde bei einer Konfirmation mit irgendwelchen hohen Kirchenmenschen gequält (...und musste dabei noch einigermaßen nett sein!).

Mai: Ich hab meine Haare zum ersten Mal gefärbt - in Hipster-Ombre! Ich hab mit irgendwelchen Soldaten/ehemaligen Soldaten/whatever die Party meines Lebens gefeiert und im Kreis getanzt. Ich hab mein kleines Hündchen gekommen, mein neues liebstes Familienmitglied (haha!), hab gemerkt, wie verschmust so ein kleines Ding ist und hab mich wie die beste Hundemami gefühlt. Und bin in 'nem Chor aufgenommen worden.

Juni: Ich hab mich über die Ungerechtigkeit des Lebens aufgeregt. Hab das Schuljahr endlich abgeschlossen. War viel, viel feiern. Wurde von meinem Mitschüler geküsst. Hab meine Freunde im Urlaub furchtbar vermisst. Ich hab am Strand gebloggt, hatte salzige Haare und fand die Welt, so vom Ästhetischen her, noch schöner. Ich bin in die allseits bekannte Sommer-Depression verfallen, weil alle weg waren und ich daheim. Und trotzdem hab ich den Sommer geliebt. Wie immer!

Juli: Ich hab meinen Sommerjob angefangen und fands schrecklich, weil es anstrengend war und ich kleines, verwöhntes Mädchen keine Ahnung vom Arbeiten hatte. Ich hatte eine perfekte Nacht, die durch den Sonnenaufgang einen perfekten Abschluss hatte. Ich hab mich neu verliebt - und wurde zurückgewiesen. Und hatte schrecklichen Liebeskummer. Ich habe The Subways gesehen, hab meine Haare geshaket und dann richtig bereut, dass das Festival so schnell wieder vorbei war. Ich habe kaum gebloggt, weil ich meistens total kaputt ins Bett gefallen bin. Und ich hatte immer noch schrecklichen Liebeskummer. Und eine Woche frei! Hurra.

August: Ich habe weiter gearbeitet und gebetet, dass die 2 Wochen schnell vorbei gehen, weil es mir so auf den Keks ging. Ich habe tausende Festivals besucht mit guten Freunden, die dann plötzlich mehr wurden. Und das konnte ich noch weniger einordnen. Ich habe alles gehasst, wollte mit keinem mehr reden und hab mich öfters mit meinen "Bitches" (Yo!) zum Ausheulen getroffen. Ich hab mich endlich mit einer alten Freundin ausgesprochen, wir haben beide erfahren, dass Exfreunde, Alkohol und Zicken nicht das Wahre sind. Ich hatte Geburtstag, hab 'n Sektchen geleert und bin nachts im See schwimmen gegangen. Ich habe meinen besten Freund zum Flughafen begleitet, unglaublich geheult und "Wish You Were Here" gesungen. Ich habe den Sommer verabschiedet, die Hoch und Tiefs nochmals Revue passieren lassen und gemerkt, dass mich das Ganze dann doch ein wenig weiter gebracht hat.

September: Ich habe mein Sommerpraktikum beendet und Blumen bekommen. Ich bin in ein neues Schuljahr gestartet, mit noch mehr Irrsinn und noch weniger Enthusiasmus im Kopf. Ich bin auf Hauspartys gegangen, habe 4 Stunden lang über Gott und die Welt geredet und mich verliebt. (Ausnahmsweise mal so richtig!) Ich hab auf Metalkonzerten getanzt (Isch bin 'n Bandmädschen!), wurde zu Goas geschleppt und war das erste Mal so richtig verzweifelt. Ich hab Goethe auswendig gelernt und mich darüber aufgeregt. Ich habe meine ersten Zombiefilm gesehen, bin aber aus Langeweile eingeschlafen.

Oktober: Ich habe gelernt, wie man rülpst (da müsst ihr halt durch!) und Komplimente macht. Ich wollte einen Hipster-Blog bilden, habe Joy Division zur Wintermusik deklariert und hab erfahren, dass ich nach Irland fahre. Ich habe jemanden zum Kotzen gebracht und habe erfahren, dass jeder Alkohol stinkt. Ich habe herausgefunden, dass Exfreunde generell immer nerven, Affären sich nur teilweise ein Anspruchsrecht einbilden und ich mich damit null auskenne. Nervenkitzel war nur zweitweise schön.

November: Ich musste erfahren, dass es furchtbare Eltern gibt, die ihre Kinder von einem Tag auf den anderen rausschmeißen. Ich hab herausgefunden, dass Wohnungssuche nicht so einfach ist wie im Fernsehen und ich kaum so 'nem Druck standhalten kann. Ich kam zur Erkenntnis, dass auf meinem Blog gähnende Leere herrscht, ich das aber aus Stress und Faulheit nicht ändern werde. Ich hab 'ne gute Tat vollbracht und bekam dafür 'nen strafenden Blick. Ich hab zu Jennifer Rostock getanzt und mich über ihre Schönheit aufgeregt (also, die von der Jennifer!) Ich hab gelernt, wie wichtig es ist, seine Kumpels zu überzeugen, weil du ansonsten einpacken kannst. Ich kann jetzt endlich auch mal die Klappe halten, wenn ich Menschen nicht mag und muss das nicht immer allen mitteilen.

Dezember: Ich hatte 'nen Hass auf die Menschheit, weil mich meine Lehrer mit Tests und Prüfungen zur Weißglut trieben. Ich war irgendwo im Nirgendwo und hatte furchtbar viel Spaß (...trotz, dass es so windig war. Die Autotüren haben sich selbstständig geschlossen!) Ich habe gelernt, dass Glühwein die reinste Chemiebombe ist und schreckliche Kopfschmerzen bereitet. Ich habe oft an dieselbe Person gedacht und hab mich glücklich gefühlt. Ich habe 'nen richtigen Draht zu seinen Kumpels aufgebaut, habe sogar getröstet und mitgeweint. Ich bin um 8 Uhr morgens spazieren gegangen, halb erfroren und war glücklich. Ich hab rumgezickt und mich aufgeregt, wie asozial manche Menschen doch sind. Ich habe vor Freude Luftsprünge gemacht und getanzt. Ich bin daheim gesessen und habe 'nen Jahresrückblick geschrieben. Ich habe gemerkt, dass 2012 gut war. Und ich in einem Jahr extrem viel gelernt hab.


(Frohe Weihnachten, guten Rutsch und weitere sinnlose Floskeln. Und weil ich grad so sentimental bin, möchte ich mich fürs Lesen bedanken. Fürs Kommentieren, Verlinken und all so Zeugs, dass ihr hier macht. Das ist wahrscheinlich nicht viel Arbeit für euch und trotzdem feier ich es immer, wenn ich etwas von euch sehe, höre. Ich werde auch wieder enthusiastischer und schreibe mehr, grad bin ich im Standby-modus. Das wars dann wohl. Danke und so.)

(Und das mit den Fehlern bessert sich auch nicht im neuen Jahr. Ernsthaft, das sind alles nur Flüchtigkeitsfehler, im wahren Leben bin ich viel besser!)

Kommentare:

  1. (Bitte und so.)


    achjaaa falls du nicht weißt wer ich bin, ich hab mein passwort verschludert, deshalb kennst du meinen neuen, meines wissens von dir unkommentierten blog wahrscheinlich noch nicht (blablabla), jedenfalls bewunder ich deinen schreibstil, irgendwie macht der dich sympatisch

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  2. Ich lebe ungefähr eine Stunde von München entfernt, du? Und das Wort Provinzabend muss ich mir merken. Ein Nicht-mehr-Freund hat meine geliebten Freitagabende mal als Bauernpartys bezeichnet. Nicht sehr politisch korrekt.
    Ich liebe deinen Sarkasmus, schreib auch weiter!

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