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Sonntag, 27. Januar 2013

How we wasted all the best of us in alcohol and sweat.

(Tagebuchmodus ein)

Zitat des Tages:
" 1. Akt: Er begrüßt sie und freut sich, sie zu sehen. Sie wirkt verzweifelt, dreht sich unauffällig auffällig um und sucht ihre Freundin.
2. Akt: Er redet auf sie ein, textet sie mit seinen neuesten CD-Errungenschaften zu und fragt dann, wie es ihrem Freund geht, in der Hoffnung, dass sie ihm ihr Herz ausschüttet und von einer Trennung berichtet.
3. Akt: Sie erzählt von der wahrlich wunderbaren Beziehungen, die in Wirklichkeit nur noch aus Streit und Eifersucht besteht (würde sie allerdings nie zugeben). Er wirkt geknickt, stopft ihr schnell seine Kopfhörer ins Ohr und spricht von einem "Iron Maiden/Metallica"-Verschnitt. Sie nickt verständnisvoll und sucht noch immer nach ihrer Freundin.
4. Akt: Auftritt der Freundin: Du kommst hinzu, du kannst ihr Leiden nicht länger beobachten. Du entschuldigst dich mit ihm mit einer fadenscheinigen Lüge à la Freundin 2 liegt im Koma/ist am Kotzen/ist nackt. Sie blickt dich erfreut an, versucht sich an einem gequälten Blick Richtung männlich - gelingt nicht. Er wirkt leicht verstört, nähert sich aber schon dem nächsten einigermaßen gutaussehenden Mädchen"


Shoa:
"[...] Schau, allein die Toten sind unbeschmutzt von der Schande des Holocaust. Dagegen ist es eine bittere Sache, den Stempel des Überlebens zu tragen, für das es keine Erklärung gibt. [...]" - Imre Kertész, "Dossier K."
"Ihr müsst euch nicht mit mir identifizieren, [...]. Aber lasst euch doch mindestens reizen, verschanzt euch nicht, sagt nicht von vorneherein, das gehe euch nichts an oder es gehe euch nur innerhalb eines festgelegten [...] Rahmens an, ihr hättet ja schon die Photographien mit den Leichenhaufen ausgestanden und euer Pensum an Mitschuld und Mitleid absolviert. Werdet streitsüchtig, sucht die Auseinandersetzung."  - Ruth Klüger, "Weiter leben. Eine Jugend."
In dieser dummen Welt von Oberflächlichkeiten, die ich beschreibe, die wir wohl fast alle beschreiben mit unseren Blogs und Internetseiten, darf man nicht vergessen. Ich weiß, ihr werdet alle damit vollgepumpt: "Tag der Erinnerung des Holocaust!", "Gedenke den Opfern der nationalsozialistischen Herrschaft!". Ich werde damit nichts ändern, zumindest nicht mit ein paar Worten im Internetnirvana. Aber bitte besucht alle Veranstaltungen zu diesem Thema, versucht Bücher darüber zu lesen, Bücher von Zeitzeugen, Bücher aus heutiger Sicht. Versucht darüber nachzudenken, reflektieren, kein oberflächliches Gerede über die schrecklichen Taten, das mit Halbwissen gespickt ist. Lest Paul Celan, Anne Franks Tagebücher, Nelly Sachs. "Wir selbst sind das Schicksal."

Unklar: Warum macht man nicht Schluss, wenn offensichtlich beide Personen in einer Beziehung komplett unzufrieden sind? Warum quält man sich, beschimpft sich immer wieder und reißt alte Wunden auf? Frauenzeitschriften würden sagen, dass der Versöhnungssex Schuld ist. Und ich dachte, Unterschied zwischen Mensch und Tier sei, die Fähigkeit Triebe und Reize gegebenenfalls auszuschalten (...wir wissen
alle, dass das nicht möglich ist.)


(Tagebuchmodus aus)

Kommentare:

  1. ach mensch, dein blog hat's einfach drauf und verdient und sowieso.

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  2. GENAU DAS sag ich auch, aber hallo!
    also.. bezogen auf den vorherigen kommentar ;)

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    1. Ich fühl mich grad so ein bisschen toll, weil das mein erster anonymer Kommentar ist, der nicht von Schmuckwerbung oder Beleidigungen handelt! Dankedankedankedankedankedanke.

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