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Montag, 3. Juni 2013

Halber Schädel.

(Hier könnte es noch mehr Wortwiederholungen, Fehler usw. geben, da ich den Text nicht Korrektur lesen kann, da wird mir irgendwie furchtbar übel, weiß auch nicht.)
Und du sitzt da. Beschäftigst dich mit irgendetwas, hörst zu, desinteressiert, nur noch 20 Minuten bis Schulende. Die Zeit verstreicht nicht, das Hörspiel wird pausiert. Nestroy, Raimund, Wiener Volkstheater, Zauberposse, so etwas. Es wird nacherzählt: "Äh, ja, halt, der Schneider, halt, er hat kein Geld, äh, ja." Die Zeit wirkt langgezogen, du zählst, "1,2,3,4...22...45....60,1,2,3,4". Die Sonne scheint herein, die anderen liegen auf ihren Bänken, verfluchen den Samstag und alle anderen, die schulfrei haben. 12.10. Du schaust auf die Uhr, es verschwimmt. Du schaust noch einmal hinauf, ein Blitz läuft durch dein Bild. Du starrst den Lehrer an, willst ihn fixieren, du kneifst die Augen zusammen, doch dein rechtes Auge spielt nicht mit. Die schaust auf die Tafel und die Worte verschwimmen: Aus "Couplet" wird "Toupet. Pause: "M., bitte nacherzählen." "Also, die Frau vom Leim, ja, die taucht auf..." Du willst zuhören, doch du kannst nicht. Es ist da. Du drehst durch, kannst dich nicht konzentrieren, blickst durch den Klassenraum, beobachtest die Menschen, doch sie verschwimmen immer mehr und immer mehr und mehr und mehr. Dein Herz fängt an zu rasen, du weißt, was jetzt passiert, du verspürst noch keine Schmerzen, doch du willst schreien, weil sie so nahe erscheinen. 12.15 "So, das wars. Ende, Nestroy mit 'Der böse Geist Lumpazivagabundus', welche Epoche, E.?" "Biedermeier, Vormärz, Poetischer Realismus. Nein, Biedermeier." Du hörst den Kommentar des Lehrers nicht. Alle stehen auf, ziehen sich an, noch 5 Minuten und Freiheit. Wochenendpläne werden gemacht, "treffen wir uns beim Siegesdenkmal? Nee, Walther! Oder Rosmini?" 12.20. Du stürzt hinaus, kannst dich nicht bewegen, fällst fast um, die Lautstärke der anderen, sie freuen sich, sind glücklich - es ist schrecklich für deine Ohren. Jemand läuft über die Treppe, wirft dich fast um, du bleibst stehen, alles dreht sich. Hinaus, hinaus, hinaus. Etwas trinken, hilft nichts, "wirf dir die Tablette rein", "hilft nichts, ist zu spät." Du stehst da, sie hält dich, sie kennt dich und was jetzt passiert. Du läufst zum Bus, "setz dich!", "rede bitte mit mir, ich halt das sonst nicht aus", "okay, Latein war gut, ich glaube, das wird gut. Carmina Burana wars..." "3. Klasse-Stoff, hatten wir auch. Nur kurz übersetzt." "Ja." Das Gespräch bleibt stehen, du kannst nicht sprechen, es ist stickig, die Luft bleibt stehen, soviel Sonne, obwohl es sonst immer regnet. Du holst deine Kopfhörer, Musik an, willst schlafen, die Schmerzen ignorieren. Dein zweites Auge sieht verschwommen. Du hörst weiter Musik, drehst deinen Kopf, du willst ihn nicht auflegen, du weißt nicht wohin damit. Deine Hand, sie schläft ein. Du spürst sie nicht mehr, sie ist wie tot. Die Aura ist da, in Hochtouren, so wie noch nie. Aura klingt nach Zauberei, Mystik, doch außer mystischen Schmerz spürst du gar nichts. Endlich da. Du rennst aus dem Bus, rempelst alle nieder, läufst nach Hause, schreist, weinst, es tut weh. Du isst nichts, trinkst nicht, du schreist nur noch. Ins Bett, Licht aus, Ruhe. Du wälzt dich herum, möchtest deinen Schädel zertrümmern, Hauptsache, es ist vorbei. Wenn du ihn an die Wand schlägst, dann kannst du deinen Schmerz kontrollieren, dann ist er außen, nicht mehr im Inneren, wo du ihn nicht mehr im Griff hast. Weinkrämpfe, Schreikrämpfe, du wechselst dich damit ab. Du weißt nicht wohin mit dir, schreist, schreist, weinst, weinst. Es hört nicht auf und du glaubst, dass du zerplatzt. Deine Hände und Füße schlafen wiederum ein, dieses Kribbeln, du willst das es aufhört, dass sie normal sind, nicht mehr tot. Du liegst da, dein Schrei wird zum Wimmern. Keine Stimme mehr da. Du versuchst, dich damit abzufinden, mit deinem Kopf im Schraubstock, machst Denkübungen, willst dich entspannen, einfach ignorieren. Und dann, endlich, 5 Stunden sind vorbei und du fällst in diesen bleiernen Schlaf, der dich nicht ausruhen lässt, aber beruhigt. Eine Ruhe liegt über dir, du hast es geschafft, es ist vorbei. Die Qual ist vorbei. Dir ist übel, du willst dich übergeben, aber alles lieber als dieser Schmerz.

Ich habe seit meinem 13. Lebensjahr Migräne. Und ich habe alles ausprobiert, ich war bei Ernährungsexperten, Neurologen, Esoterikern, Hausärzten, Akupunkteuren. Niemand konnte mir bis dahin helfen. Meine Migräne ist eine Art Entspannunsgmigräne. Nach einer Zeit mit andauernden Stress oder Druck, bekomme ich Migräne, wenn ich in die Entspannungsphase komme. Meine Migräne nennt sich Migräne mit Aura, was sich im Gegensatz zur normalen Migräne, die sich nur durch pochenden Kopfschmerzen  und Übelkeit zeigt, durch eine Aura äußert, die den Kopfschmerzen vorausgeht. Eine Aura beinhaltet Schwindelgefühl, Sprechstörung, Sehstörung, Kribbeln in Armen und Beinen, flackernde Lichter im Sehfeld. Ich darf mich glücklich schätzen und meine Migräne ist noch nicht chronisch. Doch es schränkt mich ein. Ich meine, ich weine schnell, aber Migräne ist einer dieser Schmerzen, die ich nicht ertrage. Es schlaucht eine Person so dermaßen und die Migränezeit ist nicht zu ertragen, da kommen einem die komischsten Gedanken (wie schon beschrieben, würde mich meine Mutter bei einem Migräneanfall nicht beobachten, würde ich mir wahrscheinlich den Kopf einschlagen). Es macht mich so unfähig in jeder Art, sei es vom sprachlichen her, sowie vom rationalen. Unter einer Migräne kann ich nicht mehr antworten, bzw. Dinge verständlich ausdrücken, ich kann keine elektronischen Geräte benutzen, weil ich die Tasten verfehle, ich erkenne Menschen teilweise nicht mehr. Übrigens: Migräne ist genetisch veranlagt.
So, und was soll das? Ca. 75% der Menschen wissen nicht, dass sie Migräne haben. Denn Migräne kann stärker und schwächer sein und oft auch nur als Kopfschmerzen aufgenommen werden. Fakt ist, dass Migräne belastet, die Medikamente, sowie die Anfälle schwächen den Körper und sind extrem ungesund. Migräne ist keine Krankheit für Hypochonder, nicht zu unterschätzen. Denn verdammt, das ganze ist so furchtbar fürs Gehirn, das will man gar nicht wissen. Und die Schmerzen sowieso.

Einen positiven Aspekt an der Migräne gibt es: Vincent Van Gogh. Eine Migräneaura inspirierte ihn zu "Sternennacht".

1 Kommentar:

  1. Getaggt. Weil deine Ansichten genauso schräg sind und ich mich irgendwie hier wiederfind - auch wenn ich keine Migräne hab.
    http://monochromanie.blogspot.de/2013/06/tagtagtag.html
    xoxox
    Leah

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